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neue.Medienwelt

Bernhard Aichinger
Bernhard Aichinger

neue.medienwelt: Wie social media unsere Medien und unser Konsumverhalten verändert, so lautete der Titel einer gestern in Innsbruck stattfindenden WKO Veranstaltung. „Klingt interessant, außerdem trägt ein Bekannter vor.“ dachte ich mir und fuhr kurzerhand mit einem Freund ins schöne Tiroler Ländle. Was dort so los war, wer vortrug und was die Inhalte waren ist im Folgenden zusammengefasst.

Vortragende der Veranstaltung neue.medienwelt

Thomas Thaler, Social Media Experte, sprach darüber, wie Social Media in Unternehmen integriert werden kann. Dabei beschrieb er ein aus mehreren Schritten bestehendes Vorgehenesmodell, welches neben Zieldefinition und Zielanpassung auch die Notwendigkeit einer ausreichenden Ressourcenbereitstellung beinhielt. Außerdem machte er auf spezielle Merkmale des Social Media Universums aufmerksam, wonach es heutzutage nicht mehr reiche, eine reine Visitenkarte seines Unternehmens im Netz zu haben, sondern dass das Social Web auf Kommunikation beruhe. Man muss MIT den Kunden kommunizieren, ansonsten kommunizieren sie ÜBER einen.

Henrik Maat, Social Media Visionär, berichtete über Möglichkeiten und Gefahren des Social Commerce auf Facebook. In diesem Zuge führte er mehrere erfolgreiche sowie gescheiterte Social Commerce Kampagnen auf und erklärte deren Erfolgs- oder eben Misserfolgsgeheimnis. Besonders interessant fand ich dabei die Erzählung der Misserfolgsgeschichte von Joop, die ich bisher noch nicht kannte. Joop besaß bereits stattliche 36.000 Fans auf der Facebook-Fanpage und versuchte sich dort mit einer Exklusiv-Kampagne. Zehn Tage lang sollten nur Joop-Fans auf Facebook in den Genuss von exklusiv für sie verfügbaren Produkten kommen. Im Endeffekt verkaufte Joop jedoch nur insgesamt acht Produkte via des Facebook-Shops. Warum? Ganz einfach: Das Problem war, dass die Fans keine „echten“ Fans waren. Joop erkaufte sich die Fans lediglich via Gewinnspielen, wodurch keine richtige Joop-Fanbase entstehen konnte. Eine hohe Zahl von Fans ist zwar oft hilfreich um Informationen weiterzuleiten, zum Kauf kann man diese unechten Fans jedoch nur schwer verleiten. Und genau diese Tatsache wurde Joop zum Verhängnis.

Außerdem machte er auch auf die rechtlichen Aspekte beim Betrieb eines Online-Shops auf Facebook aufmerksam, denn deren Richtlinien wären äußerst streng. Wichtig für einen erfolgreichen Social Shops sind echte Fans, die Kommunikation und Reaktion auf deren Kommentare, sie positiv oder negativ. Geboten werden soll Exklusives, nicht dass, was im herkömmlichen Online-Shop auch schon verfügbar ist. Zuletzt wieß er darauf hin, Erfolge auch auf Facebook zu messen, um eben die gesteckten Ziele auch zu erreichen.

Walter Rafelsberger, Datenvisualisierer und Herr der Ringe Fan, überwältigte mich mit seinem Vortrag. In seiner täglichen Arbeit zählt es zu seinen Aufgaben, große Datenmengen aus dem Internet zu analysieren und zu visualisieren, um sie leichter verständlich und auswertbar zu machen. Einige dieser Social Media Visualisierungen präsentierte er uns während seines Vortrags. Besonders interessant waren die Auswertungen der Stiegl-Fanpage. Walter Rafelsberger und seine Mitarbeiter machten es möglich, Postings der Facebook-Fanpage auszulesen und automatisiert in positive und negative Postings zu kategorisieren. Auf den erstellten Visualsierungen war dann tatsächlich erkennbar, wie der Verlauf von positiven und negativen Kommentaren auf der Fanpage war. Dadurch lässt sich die Stimmung der Fans und der Erfolg von Kampagnen sehr gut darstellen. Durch einen negativ behafteten Beitrag im Standard war auch deutlich die negative Stimmung auf der Fanpage zu erkennen. Es kam zu einem regelrechten Shitstorm auf der Stiegl-Fanpage. Die Auswertungen von Walter Rafelsberger zeigten aber des Weiteren, dass Stiegl gut und richtig reagierte, wodurch ein Ausbrechen des Shitstorms verhindert bzw. abgeschwächt werden konnte. Auch war zu erkennen, welch positive Auswirkung im Vergleich dazu der Launch der “Stiegl Weissen” auf die Stimmung der Fans hatte.

Weiters wurden Datenvisualisierungen vom öffentlichen Twitter-Stream gezeigt, welcher auch ungeheure Datenmengen beherbergt. Für Österreich seien die Potentiale der Twitter-Visualisierungen jedoch noch gering, da sich der Kurznachrichtendienst hierzulande noch relativ geringer Beliebheit erfreut (nur rund 60.000 User). Visualisierungen sind jedoch nicht nur auf soziale Neztwerke beschränkt, sondern machen auch vor alltäglichen Dingen nicht halt. So präsentierte Rafelsberger eine äußerst amüsante Visualisierung der Namen von Herr der Ringe Charakteren, welche die Häufigkeit der Gespräche der Charaktere untereinander darstellte.

Abschließend wieß Walter Rafelsberger auf die immer wichtiger werdende Medienkompetenz hin. Man müsse sich bewusst werden, dass das Internet nichts vergesse und bereits riesigen Datenmengen von Unternehmen ausgewertet werden. Man solle also nicht leichtfertig besonders persönliche Daten von sich im Internet preisgeben, womit ich ihm nur voll und ganzu zustimmen kann.

Leider habe ich keine Bilder von den Visualisierungen, aber die Veranstalter dürften bald Videomaterial der gesamten Veranstaltung nachliefern. Zur Überbrückung kann ich folgendes Video von Walter Rafelsberger empfehlen:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=-z2kIoJ6_8M]

Armin Wolf, der wohl am meisten erwartete Mann des Tages. Sein Vortrag bildete den Abschluss der Veranstaltung und befasste sich nun im Detail damit, wie sich die sozialen Medien auf andere Medien und unser Verhalten auswirken. Dabei führte uns interessante Statistiken vor Augen, die sehr deutlich darstellten, wie sich durch das Internet die Mediennutzung veränderte bzw. steigerte. Laut Statistiken verbringen nämlich täglich 9 Stunden und 43 Minuten mit Medien, wobei bei den Jungen ganz klar das Internet führend ist. Für mich trifft das locker zu, wobei ich sagen würde, diese 10 Stunden sogar noch zu übertreffen 🙂 Weiters erzählte er auch noch der veränderten Nutzung des Fernsehens und dessen heutiger Bedeutung in der Gesellschaft. Bei den Jungen nämlich ist Fernsehen nach Internet und Handy nur noch an dritter Stelle der meistgenutzten Medien.

Abschließend erklärte er den Teilnehmern noch den Kurznachrichtendienst Twitter, seine Vorteile, Nachteile und Möglichkeiten, und wie er selbst zum bekanntesten Twitterer Österreichs wurde. Dies steigerte meine Motivation, mich auch weiterhin intensiv mit Twitter zu beschäftigen. Vielen Dank dafür, Herr Wolf.

Fazit

Für mich war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Ich habe zwar wenig wirklich Neues gelernt, da ich mich selbst schon länger mit den Möglichkeiten und Ausprägungen von Social Media beschäftige. Dennoch verdeutlichten mir die angeführten Beispielen wieder einmal, welche großen Potentiale mit dem Medium Internet (noch immer) verbunden sind. Nächstes Jahr wieder, mit hoffentlich ebenso interessanten Vortragenden.


Dieser Blogeintrag wird parallel in meinem privaten Blog veröffentlicht.

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