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Mobile Commerce: LTE – der Nachfolger von UMTS

Bernhard Aichinger
Bernhard Aichinger

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iPhone UserDas mobile Internet ist längst Alltag und hat das Konsumverhalten vieler Menschen verändert. Vorbei die Zeiten, in denen man an Kabel oder Personal Computer in den eigenen vier Wänden gebunden war. Smartphones und nicht zuletzt Tablets sorgen dafür, dass das Medium Internet in einer völlig neuen Dimension genossen werden kann. Frei von örtlichen Einschränken. Im Gehen. In der U-Bahn. Auf der Parkbank. Draußen. Überall.

Die Befreiung von den Ketten des kabelgebundenen Surfens gefällt den Konsumenten. Laut Prognosen sogar so sehr, dass sich von 2010 bis 2015 der weltweite Umsatz im Mobilmarkt verdoppeln wird. Aber nicht nur der Umsatz soll rasant steigen, sondern auch der prozentuelle Anteil von Geräten mit mobilem Internetzugang. Laut ITespresso sagt Qualcomm-Boss Paul Jacobs für 2014 voraus, dass über 70 Prozent der Mobilgeräte kabellos mit dem Internet verbunden seien.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Wenn über 70% der mobilen Endgeräte via Funk immer und überall mit dem Internet verbunden sind, dann bietet das klarerweise lukrative Potentiale für Unternehmen. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Denn die Basis, die all das möglich macht, besteht aus der technische Infrastruktur der Mobilfunkbetreiber. Und diese ist nicht grenzenlos verfügbar.

Licht: Der reine Umsatz mit mobilen Endgeräten verdoppelt sich bis 2015.

Schatten: Der weltweit mit diesen Geräten verursachte Datenverkehr wird bis 2015 um das 26-fache steigen, so die Ergebnisse einer von Cisco durchgeführten Studie.

Die 26-fache Menge an Daten ist mit dem bestehenden System nicht zu bewältigen. Für den massiven Anstieg des Datenverkehrs ist laut Cisco das Streaming von Videos verantwortlich, da es bis 2015 zwei Drittel aller übertragenen Daten ausmacht. Es weißt außerdem die höchste Wachstumsrate aller von Cisco verglichenen Kategorien (Daten, File Sharing, Video, VoIP, M2M) auf.

Auf 3G folgt … 4G

FunkturmVideoübertragungen werden in Zukunft also einen Großteil des Datenverkehrs verursachen. Besonders HD-Videos benötigen zur flüssigen Darstellung hohe Datenübertragungsraten und Bandbreiten, womit die derzeitige Infrastruktur langsam an ihre Grenzen gerät.

Stand der Dinge in Österreich ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation: UMTS, auch 3G genannt. Dieser Standard erlaubt Datenübertragungsraten von bis zu 384 kbit/s, was für Videotelefonie und Streaming qualitativ schlechter Videos meist ausreichend ist.

Um UMTS zu beschleunigen wurde 2006 in Österreich HSDPA (3.5G) eingeführt. Dieses Datenübertragungsverfahren baut auf UMTS auf und ermöglicht  theoretische Datenübertragungsraten von bis zu 14 Mbit/s. Praktisch wird das aber nur unter Optimalbedingungen in Ballungszentren erreicht.

2011 soll das Jahr der nächsten Mobilfunkgeneration werden, die sich Long Term Evolution (LTE) nennt und in logischer Konsequenz auch 4G genannt wird. Dieser Mobilfunkstandard ermöglicht weit höhere Datenübertragungsraten als UMTS. Die Theorie spricht von bis zu 100 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload. Das mag aus heutiger Sicht enorm erscheinen. Für die mobile Übertragung von HD- oder 3D HD-Videomaterial (siehe aktuelle Smartphone Trends) werden solche Datenübertragungsraten jedoch vorausgesetzt.

Derzeit laufen auch schon die Spezifikationen für den Nachfolger von LTE, der schlicht und einfach auf den Namen LTE-Advanced getauft wurde. Dessen Spezifikationen werden für das zweite Halbjahr 2011 erwartet.

Vergleichstabelle Mobilfunkstandards 2G 3G 4G
Vergleichstabelle verschiedener Mobilfunkstandards

Vorteile von LTE

Der große Vorteil von LTE besteht darin, dass es einfach in die bestehende Sender-Infrastruktur der Mobilfunkanbieter integriert werden kann. Die benötigten technischen Komponenten müssen lediglich nachgerüstet werden, womit eine rasche und relativ kostengünstige Erweiterung des bestehenden 3G-Standards möglich ist. Des Weiteren können mit LTE weit höhere Reichweiten als mit UMTS erreicht werden. Damit eignet es sich sehr für den ländlichen Bereich, wo oft noch kein richtiges Breitbandinternet verfügbar ist.

LTE am österreichischen Markt

Einige österreichische Mobilfunkanbieter befinden sich derzeit inmitten der Erweiterung ihrer bestehender Strukturen und bieten erste Tarife für die Nutzung von LTE an. Diese Tarife sind alles andere als massentauglich, kostet doch bei A1 der Tarif „A1 Breitband LTE“ 90 Euro monatlich plus 490 Euro für das dafür notwendige Modem A1 LTE Breitbandstick B3730. Auch T-Mobile rühmt sich damit, bereits ein Testnetz in Innsbruck in Betrieb genommen zu haben. Als nächster LTE-kompatibler Mobilfunkbetreiber geht „3“ ins Rennen, die derzeit ihr gesamtes Netz auf den neuesten Stand bringen.

Fazit

LTE gewährleistet die nötigen Ressourcen, um der mobilen Zukunft lächelnd entgegen zu gehen. Derzeitige Tarife sind zwar noch nicht massentauglich, doch mit höherer Verfügbarkeit, effizienter Infrastruktur und den passenden Endgeräten wird LTE die nächste mobile Revolution in Gang setzen.

 

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