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Die neue Ära des Spielens: Social Gaming

Bernhard Aichinger
Bernhard Aichinger

GamerDachte man früher an Computer- oder Videospieler, so hatte man meist das klischeehafte Bild eines introvertierten, schüchternen und männlichen Technikfreaks vor dem geistigen Auge. Seit einigen Jahren jedoch verändert sich dieses Bild. Spieler ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten, Altersgruppen und Geschlechter. Grund dafür ist ein neuer Markt in der Spielebranche: Social Gaming.

Der Markt des Social Gaming

Social Gaming ist die neue Ära des Spielens. Millionen tun es. Täglich. Mittlerweile steckt auch ein milliardenschwerer Markt dahinter – und jeder möchte einen Teil vom Kuchen ab haben. Dominiert wird dieser Markt von der US-amerikanischen Spieleschmiede Zynga, welche für einen Großteil der erfolgreichsten Social Games wie CityVille, FarmVille oder FrontierVille verantwortlich ist.

Die 30 meistgenutzten Social Games auf allfacebook.com

Der geschätzte Umsatz des Unternehmens liegt bei 850 Mio. US-Dollar, der Gewinn bei satten 400 Millionen. Laut news.at war der Gesamtmarkt der Social Games 2010 rund 1,5 Mrd. Dollar schwer. Damit liegt der Markt also klar in der Hand von Zynga. Bis 2015 soll der Markt sogar auf vier bis fünf Milliarden Dollar ansteigen.

Das derzeit erfolgreichste Social Game: CityVille
Das derzeit erfolgreichste Social Game: CityVille

Auch das Bild des klischeehaften Computerspielers verändert sich durch die Social Games. Studien haben ergeben, dass Social Games stark vom weibliches Geschlecht dominiert werden. So sind 55% der Spieler weiblich und nur 45% männlich. Verwunderlich ist auch das Durchschnittsalter von 43 Jahren. Der durchschnittliche Social Gamer ist also eine 43 jährige Frau? Früher kaum vorstellbar, heute Realität.

Worin steckt der Erfolg der Social Games?

Aus meiner Sicht ist einer der größten Erfolgsfaktoren, dass die Spiele grundsätzlich kostenlos sind. Aber eben nur grundsätzlich, denn hinter den Social Games stecken Freemium-Geschäftsmodelle. Dabei ist die Basisvariante des Spiels kostenlos, weitere Dienste müssen bzw. können gegen echtes Geld gekauft werden. Der Verkauf dieser virtuellen Güter macht mit rund 80% einen Großteil des Social Gaming Marktes aus.

Weiters sind die Grundvoraussetzungen für die Spiele äußerst gering. Man braucht keinen sündhaft teuren Spiele-PC oder große Bildschirme. Alles was man benötigt bringt jeder herkömmliche Büro-PC mit sich: einen Browser. Die weitere Bedienung ist denkbar einfach: Man loggt sich auf Facebook ein, startet das Spiel und schon kann man loslegen.

Damit wären wir auch beim nächsten Erfolgsfaktor: Die Integration in Facebook. Denn um in Social Games Punkte zu bekommen oder im Level aufzusteigen benötigt man die Hilfe seines Freundeskreises im sozialen Netzwerk. Den Freunden und Bekannten muss man dann, wie im Screenshot unten zu sehen ist, (zumeist lästige) Hilfsanfragen zusenden und auf deren Hilfe hoffen. Diese Hilfsanfragen wirken wie eine Art Mundpropaganda. Denn so werden auch Nicht-Spielern diese Social Games immer wieder in Gedanken gerufen.

Hilfsanfrage für Mafia Wars
Hilfsanfrage für Mafia Wars

Facebook hat mittlerweile rund 750 Millionen Benutzer, daher verbreiten sich Social Games aufgrund dieser Hilfsanfragen rasend schnell im Freundeskreis – vorausgesetzt die Spiele bieten einen gewissen Spaß- bzw. Suchtfaktor.

Die Zukunft von Social Gaming

Ich denke, dass Zynga auch weiterhin das Zugpferd des Social Gamings auf Facebook bleiben wird. Es geht jedoch seit einiger Zeit ein Gerücht um, dass auch Google im hauseigenen Social Network Google+ eine Plattform für Social Games plane. Offizielle Angaben dazu gab es bisher nicht, im Source-Code sollen aber einige Hinweise darauf gefunden worden sein. Auch war erst kürzlichst zu lesen, dass der österreichische Internet-Pionier und Jajah-Gründer Daniel Mattes mit einer Investorengruppe bei der  Internetplattform uboot.com (ja, die gibts immer noch ;)) einsteigt und „im Bereich Social Gaming […] ein revolutionäres Konzept präsentieren“ werde.

Der Markt des Social Gamings wird in Zukunft also einige neue und vielversprechende Player dazubekommen. Ist die Monopolstellung von Facebook und Zynga nun gefährdet? Was haltet ihr überhaupt von den Social Games? Werden sie sich auf Dauer halten können?


Bildnachweis (CC BY Lizenz):
– Gamer: flickr/Jeff.Dlouhy
– CityVille Screenshot: flickr/sabrina.dent
– Mafia Wars Hilfeanfrage: flickr/onlinedesign

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0 Antworten auf Die neue Ära des Spielens: Social Gaming

  1. Ja ich erlebe das selber, mich nerven diese Spieleanfragen einfach nurnoch. Deswegen finde ich auch Google+ eindeutig besser, dort geht es wirklich noch um das NAchrichten versenden an Freunde und nicht um Spiele Feiern und Firmenwerbung….

    1. Also ich hab die meisten Spieleanfragen blockiert, bekomme sie nur noch ganz selten. Wie ich aber im Artikel bereits geschrieben habe, scheint es unter Umständen auch bald in Google+ eine Social Gaming Plattform zu geben. Ich denke aber nicht, dass sie eine vergleichbare Spamwelle wie bei Facebook erzeugen möchten, sondern dies auf eine andere Weise lösen.

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