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2011 – Das Jahr der Hacker

Bernhard Aichinger
Bernhard Aichinger
Das Markenzeichen von Anonymous Mitgliedern: Die Guy Fawkes Maske
Markenzeichen von Anonymous

Täglich liest man in Tageszeitungen von neuen Hackerangriffen auf Unternehmen, politische Parteien oder Organisationen. Das aktuelle Jahr wird vielerorts schon als „Das Jahr der Hacker“ beschrieben. Auch in Österreich häufen sich digitale Übergriffe durch einen österreichischen Ableger der Hackergruppe Anonymous. Doch wer sind die Leute, die hinter diesen Angriffen stecken? Und welche Motive und Ziele verfolgen sie mit ihren Taten? All das erfahrt ihr im Blogeintrag.

Anonymous

Erstmals in Erscheinung getreten ist die Hackergruppe Anonymous im Jahr 2008, als sie sich mit Angriffen auf die Organisation Scientology einen Namen machten. Gegen Ende 2010 erlangten sie die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit, als sie mit der  „Operation Payback“ genannten Aktion die Enthüllungsplattform Wikileaks unterstützten. Im Zuge von Operation Payback wurden Finanzdienstleister mittels DDoS-Angriffen attackiert, welche die Geschäftsbeziehungen mit Wikileaks beendeten nachdem die Enthüllungsplattform Depeschen US-amerikanischer Botschaften veröffentlichte. Auch wurden Organisationen und Unternehmen attackiert, welche Gegner des freien Tauschens von urheberrechtlich geschütztem Material sind. In Zusammenarbeit mit der Hackergruppe LulzSec rief Anonymous im Juni 2011 zur „Operation AntiSec“ auf, welche sich unter anderem gegen US-amerikanische und britische Sicherheitsbehörden richtete.

Die Gründe für die Taten sind sehr vielfältig. LulzSec behauptet offiziell, die Taten rein aus Spaß an der Sache durchzuführen, woher sich auch der Name der Gruppe ableite. Wiederum die Taten von Anonymous sind politischer oder symbolischer Natur. Fest steht, dass bei den Internet-Aktivisten der freie Zugang zu Informationen, der Kampf gegen Korruption sowie Presse- und Meinungsfreiheit im Vordergrund stehen.

Anonymous Operation Day of the lulzing Dead
Anonymous Operation Day of the lulzing Dead

Wer genau hinter den Taten steckt ist schwer zu sagen. Die Gruppe hat keine fixe Organisationshierarchie, keinen Chef an der Spitze und ist lose organisiert. Die Kommunkation der Mitglieder erfolgt über Kanäle, die eine Nachverfolgung einzelner Personen erschweren. Außerdem nutzen sie Proxyserver und andere Möglichkeiten, um ihre Identität zu verschleiern. Dennoch wurden in den letzten Tagen zahlreiche mutmaßliche Mitglieder in den USA, Großbritannien und den Niederlanden festgenommen. Ob dies zur gewünschten Auflösung der Hackergruppierung führt, wage ich zu bezweifeln. Der Netzaktivist Stephan Urbach geht sogar davon aus, dass man Anonymous überhaupt nicht ausschalten könne.

Update: Die Futurezone hat ein äußerst interssantes Interview mit AnonAustria geführt, in welchem die Motive und Absichten der Gruppe verdeutlicht werden. Zu lesen ist der Artikel unter folgendem Link: „AnonAustria: ‚Auch Beamte und Militärs dabei‚“.

Auch Österreich bleibt nicht verschont

Wer denkt, dass sich die Angriffe rein auf Unternehmen und Organisationen in Übersee beschränken, der irrt. Auch in Österreich wird in den letzten Monaten eine steigende Zahl von Cyber-Angriffen registriert. So berichtet das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) von einem Fall, in dem Hacker mit großem Aufwand in staatliche Systeme eingedrungen seien und zahlreiche Informationen gestohlen haben.

Auch politische Parteien sind in Österreich ein beliebtes Ziel. Die Hackergruppe AnonAustria bekannte sich via Twitter dazu, die FPÖ-Webseite gehackt zu haben. Zuvor bekannten sie sich außerdem zum Angriff auf die Webseite der SPÖ Anfang Juli. Gründe dafür waren unter anderem die schlampige Programmierung der Webseiten sowie die Aussage der Freiheitlichen, dass ihre Seite besonders sicher sei – sie war es scheinbar nicht.

Wie haltet ihr von solchen Angriffen? Und wie schützt ihr euch privat bzw. in eurem Unternehmen vor Angriffen? Habt ihr ausreichend Sicherheitsmechanismen integriert, um vor Angriffen geschützt zu sein?
Gerne beraten wir euch zum Thema IT-Sicherheit und erstellen euch ein individuelles Konzept. Wir freuen uns auf eure Anfrage unter office@e-conomix.at
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Bildnachweis:
Markenzeichen von Anonymous: flickr-User edans
Anonymous Operation Day of the lulzing Dead: flickr-User munichnon

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0 Antworten auf 2011 – Das Jahr der Hacker

  1. Ich hatte solche Attacken für ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es eine Machtdemonstration der Hacker, die nicht alles in die Hände von Parteien und Konzernen legen wollen und uns somit immer wieder darauf aufmerksam machen, das wir, also die Bürger, die Machtträger sein sollten und nicht umgekehrt.

    Andererseits geht es für mich nur so weit, bis jemand dadurch zu Schaden kommt. Wenn jetzt zb das Playstation Network gehackt wird und an die 100 Millionen Kundendaten gestohlen werden und diese dann im Netz auftauchen hört sich der Spass auf. Klar hat Sony hier nachlässig gearbeitet, aber man kann den Konzern auch auf anderen Weg auf die Sicherheitsprobleme aufmerksam machen.

    Zudem bin ich der Meinung, dass wir momentan nur den Anfang dieser Attacken erleben. Es werden sich immer wieder Leute finden, die für ihre Freiheit eintreten werden und auch das Wissen besitzen, solche Angriffe durchzuführen.

    1. Mhm, dem stimme ich zu. Sobald „Unbeteiligte“ zu Schaden kommen hört auch für mich der Spaß auf. Aber hier eine Grenze zu ziehen ist, denke ich, sehr schwierig.
      Aber wie du schon erwähnt hast ist dies wohl nur der Anfang eines riesigen Cyber-Kriegs, den man in Zukunft erwarten kann. Es bleibt also spannend, wie sich diese Situation weiterentwickelt.
      Was denkst du? Werden Regierungen und Konzerne irgendwann nachgeben und den Forderungen (zumindest teilweise) entgegenkommen, z.B. bezüglich des Urheberrechts?

      1. Ich denke das sie zwangsläufig etwas machen müssen, spätestens dann, wenn die Bürger damit beginnen, sich mit den Operationen der Hacker zu identifizieren. Finde es zb gut, dass sie gegen Organisationen wie die GIS vorgehen, damit sie es auch in die „Offline-Medien“ schaffen.

        Worauf diese ganzen Typen aber aufpassen müssen, ist darauf, dass sie nicht kriminalisiert werden und die Attacken nicht dazu führen, dass unheilvolle Dinger wie die Vorratsdatenspeicherung durchgeboxt werden, um die vermeintliche Privatssphäre der Bürger schützen zu können.

      2. Was meinst du mit „[…], dass sie nicht kriminalisiert werden“? Das sind sie doch bereits aus freien Stücken, da sie Angriffe auf unterschiedlichste Webseiten verübt haben. Laut eigenen Aussagen sind sie sich aber dessen bewusst und lassen sich dadurch nicht von ihrer Linie abhalten.
        Desweiteren wurde die Vorratsdatenspeicherung in Österreich bereits durchgeboxt. Ab April 2012 ist sie in Österreich aktiv. (Quelle: http://www.golem.de/1104/83121.html, http://help.orf.at/stories/1682085/)

      3. Kriminalisiert habe ich diesem Sinne gemeint, dass sie von den Großteil der Bürger derzeit noch als harmlos eingestuft werden. Sobald es die Regierungen geschafft haben, dass sich auch diese Schicht des Volkes gegen sie wendet, haben sie verloren.

        Bzgl. VDS ist ja das letzte Wort noch nicht gesprochen, weil derzeit ja noch ein Verfahren vor den deutschen Gerichten ausgefochten wird, dass die VDS in DE zum Inhalt hat. Bin gespannt, was daraus noch wird. Selbst die EU ist sich nicht mehr einige darüber, wie und vor allem welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

      4. Oh, das wusste ich noch nicht. Vielen Dank für die Info. 😉
        Und ja, nachdem du die Aussage erklärt hast stimme ich dir zu. Nun heißt es abwarten, wie die Reaktion der Regierung diesbezüglich aussieht.

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